Die wenigsten sind angeboren, die meisten werden erst erworben.
Fußfehler lassen sich in angeborene und in erworbene einteilen. Dabei überwiegen die erworbenen Fußfehler bei weitem. Etwa 98% der Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Bei den restlichen 2% finden sich Formfehler, die ohne entsprechende Behandlung zu einer schweren Beeinträchtigung des Gehvermögens führen können.
Der gesunde Kinderfuß. Zum Vergleich bilden wir hier erst einmal einen gesunden Kinderfuß ab. Er entspricht dem Fuß eines dreijährigen Kindes. Das Fußlängsgewölbe, das bei Säuglingen noch von Fettgewebe ausgefüllt wird, ist hier bereits sichtbar.
Der Klumpfuß Und wie er behandelt wird. Unter den angeborenen Fußdeformitäten ist der Klumpfuß die häufigste. Das gesamte Fußskelett ist hier verdreht. Das Fersenbein hat O-Stellung, der Vorfuß zeigt Sichelstellung, der Fußinnenrand ist angehoben. Die Zehen weisen nach unten und die Ferse kann den Boden nicht berühren (Spitzfuß). Die Behandlung muss bereits am ersten Lebenstag begonnen werden. Der Arzt versucht vorsichtig, die Fehlform des Fußes mit der Hand in Etappen auszugleichen. Anschliessend wird jeweils das gewonnene Korrekturergebnis mit Gipsverbänden gehalten. Ist die Fehlform des Vorfußes beseitigt, wird die Spitzfußstellung etwa im 4. Lebensmonat operativ durch Verlängerung der Achillessehne und Einkerbung der hinteren Gelenkkapselanteile zwischen Unterschenkel und Sprungbein beseitigt. Anschliessend folgen krankengymnastische Übungen, um ein Muskelgleichgewicht zu erreichen. Formerhallende Nachtschienen werden angelegt, bis das Kind zu gehen beginnt. Um ein erneutes Auftreten des Klumpfußes zu verhindern, ist es häufig notwendig, die Füße bis etwa zum 15. Lebensjahr mit Einlagen zu versorgen.
Der Sichelfuß Angeboren, aber zu behandeln. Der Sichelfuß kann angeboren sein, oder er entwickelt sich in den ersten Lebensmonaten. Bei der Frühbehandlung wird er mit Schienchen oder Gipsverbänden umgeformt. Eine Versorgung mit Schaleneinlagen ist manchmal notwendig, um ein erneutes Auftreten oder eine Verstärkung der Fußdeformität zu verhindern.
Der Plattfuß Der angeborene Plattfuß ist zum Glück äusserst selten. Er zeigt keine Fußlängs-gewölbeform. Im Gegenteil: der Vorfuß ist sogar nach oben hochgebogen. Bei der Behandlung wird der Fuß vorsichtig umgeformt und mit anschliessenden Gipsverbänden und Lagerungsschienen versehen. Meistens sind anschliessend noch Operationen notwendig, um die verrenkten Fuß-wurzelknochen in eine korrekte Stellung zu bringen.
Solange der Fuß noch locker ist, kann er mit Innenschuhen oder mit Korrektureinlagen behandelt werden. Bei bereits in Fehlform starr gewordenem Fuß kommen Bettungseinlagen in Frage. Sie entlasten besonders beanspruchte Sohlenabschnitte und verbessern die Gehfähigkeit.
Der Kletterfuß Kann wie ein Knicksenkfuß aussehen. Hier ist es zu einer Verwringung zwischen Rück-und Vorderfuß gekommen. Die Fehlform wird mit krankengymnastischen Übungen und vorsichtiger Umformung mit anschliessenden Gipsverbänden vor Laufbeginn behandelt. Wenn die Fehlform nicht beseitigt werden kann, dann stellt sich bei belastetem Fuß der Vorfuß parallel zur Unterlage und zwingt die Ferse in eine vermehrte Knickstellung. Das sieht dann aus wie ein ausgeprägter Knicksenkfuß.
Der Hackenfuß Ebenfalls behandelbar. Säuglinge mit einem Hackenfuß können den Fuß nicht bis zur Neutralstellung oder darüber hinaus senken. Die Fußhebung ist häufig so ausgeprägt, dass der Fußrücken das Schienbein berührt. Zusätzlich finden sich eine X-Stellung des Fersenbeines und eine Verschmächtigung der überdehnten Wadenmuskulatur. Bei der Behandlung wird der Fuß in die bestmögliche Fußsenkung gebracht und anschliessend mit einem Gips versorgt. Wird nach dieser Behandlung die Fußsenkung über die Neutralstellung hinaus erreicht, schliessen sich krankengymnastische Massnahmen zur Kräftigung der Muskulatur an.