| Als Pionier der neueren Reflexzonenmassage gilt der amerikanische Arzt William Fitzgerald (1872-1942). Er hatte neben schulmedizinischen Kenntnissen auch solche über Methoden indianischer Volksmedizin, wozu Vorstellungen über reflektorische Zusammenhänge und eine Druckbehandlung gehören, die seit Jahrhunderten und noch heute in Reservaten angewendet werden. In seinem Buch „Zone Therapy“ berichtet er davon und stellt noch einiges aus der Geschichte dazu dar:
Schon vor Jahrtausenden kannten Kulturvölker des Ostens und Westens verschiedene Möglichkeiten, Krankheiten von entfernteren Körperstellen aus zu behandeln.
Das Wissen über die Wirkung spezieller Fußpunkte auf den gesamten Organismus war auch der Urbevölkerung Nord- und Mittelamerikas, den Indios, von Alters her vertraut. „In Indien und China war schon vor 5000 Jahren eine Behandlung durch Druckpunkte bekannt. Sie geriet in Vergessenheit, wahrscheinlich, weil sich die aus den gleichen Wurzeln stammende Akupunktur stärker durchsetzte.“
In Europa wurden ähnliche Methoden von den Ärzten Adamus, Atatis und Ball aus Leipzig um 1582 beschrieben.
Der florentinische Bildhauer Benvenuto Cellini (1500 1571) ließ Schmerzen am ganzen Körper durch starken Druck auf Finger und Zehen erfolgreich behandeln. Auch der amerikanische Präsident James A. Garfield (1831 1881) ließ seine Schmerzen zwischen dem Attentat und seinem Tod zwei Monate später durch die Druckbehandlung an beiden Füßen lindern. Alle anderen Schmerzmittel blieben unwirksam.
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts systematisierte jedoch Dr. William Fitzgerald, USA, dieses Erfahrungsgut und brachte es in eine zeitgemäße Form.
Dr. William Fitzgerald entwickelte daraufhin ein System: Er teilte den Körper in 10 senkrechte Zonen ein. Dieses Konzept und die von ihm entwickelte „Zonentherapie“ waren 1917 der Grundstein für die heutige Reflexzonen-Therapie. Später wurden diese Längszonen noch in jeweils drei Querzonen eingeteilt. Diese Einteilung ist auch heute noch Grundlage der Reflexzonen-Therapie.
Seine Schülerin, die Krankenschwester Eunice Ingham, befasste sich sehr intensiv in der Praxis damit.
Eunice Ingham, eine amerikanische Masseurin, begann um 1930, das vorhandene Grundwissen an gesundheitsbewußte Menschen weiterzugeben. Um 1955 kam die sog. „reflexology“ als vereinfachte Möglichkeit der Eigenbehandlung und Krankheitsvorbeugung aus den USA auch nach Europa.
1958 lernte Hanne Marquardt die Methode kennen und behandelte mit ihr viele Kranke mit den unterschiedlichsten Symptomen und Beschwerden. 1967 begann sie mit dem systematischen Unterricht für medizinisch-therapeutische Fachkräfte. In den folgenden Jahren entwickelten sich weitere 15 autorisierte Lehrstätten im In- und Ausland. Die RZF nimmt heute in einer großen Anzahl von Kliniken, Praxen und Sanatorien einen gleichwertigen Platz neben anderen Anwendungen aus der physikalischen Therapie ein.
Von Amerika aus kam die „Reflexology“, wie sie dort genannt wird, über England auch nach Deutschland. In den Ausbildungsstätten von Hanne Marquardt werden seit 1967 Fachkräfte aus allen medizinisch-therapeutischen Berufen ausgebildet. Heute arbeiten hauptsächlich Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Masseure damit.
Diese Massagen sind Anwendungen, bei denen drucksensible Zonen zur Befunderhebung und durch mechanische oder andere geeignete Reizung (Softlaser, Farbstrahler, Farbauflagen, Edelsteine, etc.) zur Behandlung verschiedener gesundheitlicher Störungen verwendet werden. Zunehmend werden diese Massagen auch im Wellnessbereich zur Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt.
Die Füsse, eine Landkarte des Körpers.
Ist ein Organ oder Körperteil krank oder gefährdet, schmerzt der entsprechende Punkt auf der Fußsohle - manchmal erst auf Druck. Als grobe Einteilung gilt: Die Zehen spiegeln Kopf und Hals, der Mittelfuss den Brustraum, Knöchel und Fersen den Bauch und das Becken wieder.
Vorbeugung durch Nutzung der orthopädischen Gewichtsschuheinlage:
Vorbeugend oder bei akuten Beschwerden können die entsprechenden Akupressurpunkte auf unseren Fusssohlen massiert werden, welche durch die Gewichtsschuheinlage erfolgen kann.
Klassisch können Sie: mit der Daumenkuppe die Mitte des Punktes drücken und dann mit kreisenden Bewegungen massieren. Es ist nicht verkehrt, die Füsse von Zeit zu Zeit abzutasten und so schon mögliche Beschwerden im Ansatz zu erkennen und vorbeugend durch Massage zu lindern. Die Wirbelsäule verläuft übrigens entlang der Innenseite beider Füsse.
Ganz allgemein fördert eine Fussmassage das Wolbefinden, kann sich auf besseres Einschlafen, sowie die Tiefe des Schlafes auswirken und sollte immer gleichzeitig mit pflegenden Substanzen (Cremes etc.) ausgeführt werden.
Nur bei Fussverletzungen, entzündeten Venen und bei fiebrigen Erkrankungen sind Fussreflexmassagen nicht ratsam.
Jeder Mensch weist Reflexzonen am Fuß auf. Sie sind im gesunden Zustand so wenig spürbar wie ein normal funktionierendes Organ. Erst bei pathologischen Veränderungen im Organ oder System werden auch die Reflexzonen erkennbar („Belastete Zonen“).
Zum Verständnis der Methode
Wie andere Stellen (z. B. das Ohr), „reflektiert“ auch der Fuß im verkleinerten Maßstab den Zustand des ganzen Menschen. Ein gesunder Mensch hat üblicherweise einen schmerzfreien Fuß, der sich warm und elastisch anfühlt und gut durchblutet ist. Wenn sich bestimmte Bereiche im Gewebe des Fußes, die sog. Reflexzonen, durch die speziellen Griffe dieser Therapie als schmerzhaft erweisen, sagt dies soviel aus, dass das zugeordnete Organ oder System behandlungsbedürftig ist.
Die seit langer Zeit vorhandenen Erfahrungen belegen, dass sich durch eine gezielte Behandlung dieser Zonen, der Gesundheitszustand des Menschen verbessert und vorhandene Symptome und Beschwerden verschwinden können. In den letzten Jahrzehnten konnten diese Beobachtungen auch durch klinische Studien bestätigt werden.
Der Schmerz in den Reflexzonen ist somit eine Art „Wegweiser“ auf der „Landkarte“ der Füße, denn er führt uns zu den behandlungsbedürftigen Bereichen.
Reaktionen
Die Patientin, der Patient erlebt in den Zeiten zwischen den einzelnen Behandlungen Reaktionen, denen eine besondere Bedeutung zukommt, denn durch sie zeigt sich eine Wende im Verlauf der Krankheit an.
Die Heilkraft des Menschen, sein „Innerer Arzt“, bedient sich häufig der Ausscheidungsorgane Darm, Niere und Haut, um sich von Stoffwechselrückständen und Gewebegiften zu befreien.
Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen und der Bronchien können mit vermehrtem Abhusten und kurzfristigem Schnupfen reagieren.
Erfrischender Schlaf, entspannende Müdigkeit, gesteigerte Vitalität und Lebensfreude sind weitere Zeichen einer gesamthaften Stabilisierung. Frauen sollten wissen, daß sich manchmal auch die monatliche Regel verschieben kann.
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