Die orthograde Darmspülung ist heute der Standard der Vorbereitung von Untersuchungen des Dickdarms (Koloskopie, Kolon-Kontrasteinlauf) oder von Operationen im Bauchraum. Gegenanzeigen zur Durchführung sind ein Darmverschluss (Ileus), Darmstenosen und eine Herzinsuffizienz.
Ungünstige Ernährung und Bewegungsmangel können Ursache sein für eine mangelnde Funktion des Dickdarmes. Dadurch entstandene Gifte verursachen verschiedene Gesundheitsprobleme.
Bei der Colon-Hydrotherapie geht es darum, den Dickdarm (Colon) zu entgiften. Dies geschieht mittels möglichst schonender Darmspülung. "Klistier" oder "Einlauf" sind gängige Begriffe für das anale Einlaufenlassen von Spülflüssigkeit (meist warmem Wasser), wodurch Ablagerungen und Gifte schonend aus dem Darm gespült werden. Es wurden spezielle Geräte entwickelt, welche eine besonders schonende Anwendung gewährleisten. Allmählicher Entzug von Abführmitteln und die Umstellung auf ballaststoffreiche Kost werden gleichzeitig angestrebt.
Vorbereitung
Eine Woche vor einer geplanten Untersuchung sollte die Kost möglichst ballaststofffrei sein. Eine solche Diät vermindert Ballaststoffe, die der Dickdarmwand anhaften und erleichtert so die Darmspülung.
Durchführung
In der Regel bekommen die Patienten am Tag vor der Untersuchung eine PEG-Lösung (Polyethylenglykol), von der sie drei bis fünf Liter innerhalb von wenigen Stunden zu sich nehmen müssen. Damit keine Übelkeit während der Spülung auftritt, kann eine halbe Stunde vor Beginn der Spülung Dimenhydrinat (Vertigo Vomex S® oder Vomex A®) als Zäpfchen gegeben werden. Die Spülung wird solange durchgeführt, bis eine klare goldgelbe Flüssigkeit ohne feste Bestandteile aus dem Darm ausgeschieden wird. Die ersten Entleerungen sind etwa 1 bis 1,5 Stunden nach Beginn der Spülung zu erwarten. Ist ein Abführmittelmissbrauch bekannt oder besteht eine akute oder chronische Verstopfung, so sollte zusätzlich eine halbe Stunde vor Beginn der Spülung ein Abführmittel (20 mg Bisacodyl, beispielsweise vier Dragees Dulcolax ®) eingenommen werden, um die Peristaltik besser anzuregen. Wenn der Patient die große Flüssigkeitsmenge nicht so schnell trinken kann, muss die Spülung über eine Magensonde erfolgen. Manche Patienten bevorzugen diese Methode sogar.
Nach der Trinkvorbereitung sollten weiter klare Flüssigkeiten (Tee, Wasser, klare Säfte) getrunken werden, da die PEG-Lösung hyperosmolar ist und dies zur Abgabe von Wasser durch die Darmwand ins Lumen und damit zur Austrocknung des Patienten führen könnte.
Es hat sich bewährt, am Morgen des Untersuchungstages zusätzlich 1 l der PEG-Lösung zu trinken, um noch Reste aus dem Darm zu spülen.
Abbruch-Kriterien sind starke Schmerzen oder Kreislaufstörungen.