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Aphthen

Eine Aphthe (sprich: Afte) ist eine schmerzhaft entzündete Stelle der Schleimhaut des Zahnfleischs, der Mundhöhle oder der Zunge und in Einzelfällen auch anderer Schleimhäute, z.B. im Genitalbereich. Beim gleichzeitigen Auftreten mehrerer solcher Stellen spricht man vom Krankheitsbild der Stomatitis aphthosa. Treten Aphthen häufig wiederkehrend auf, spricht man von chronisch rezidivierender Aphthose.

Aphthen können extrem schmerzhaft sein und sind nicht mit einfachen Verletzungen im Mund zu verwechseln. Menschen mit stärkerem Befall sind oft stark in der täglichen Lebensführung beeinträchtigt, und können teilweise nur unter Schmerzen sprechen oder essen. Teilweise ist sogar das Schlucken von Wasser oder Speichel schmerzhaft.

Ursachen

Die genauen Ursachen sind noch ungeklärt. Als mögliche Auslöser werden verschiedene Faktoren diskutiert:

  • Stress, Schlafmangel, Krankheit
  • Kleinere Verletzungen der Mundschleimhaut (oft erst in Kombination mit Nahrungsmittelallergien, s.u.)
  • allgemein schlechte Immunsituation des Körpers, z.B. vor oder während grippalen Infekten.
  • Autoimmunreaktion des Körpers (z.B. Rheuma)
  • Fehlregulation der Blutgefässe durch die Nerven
  • Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, insbesondere gegen Zitrusfrüchte und/oder glutenhaltige Lebensmittel
  • Herpesviren
  • Vitamin- (B12) bzw. Eisen- oder Folsäuremangel
  • Darmpilz oder ähnliche Darmbelastungen
  • Inhaltsstoffe von Zahnpasten: Natriumlaurylsulfat (Sodium Lauryl Sulfate, SLS), dessen ethoxylierte Form Natriumdodecylpoly(oxoethylen)sulfat (Sodium Laureth Sulfate, SLES) oder Triclosan
  • Synthetische Farbstoffe in Nahrungsmitteln und auch Medikamenten.
  • Gewisse Medikamente können als Nebenwirkung Aphthen verursachen
  • in seltenen Fällen Krankheiten wie Morbus Behcet oder Morbus Crohn

Momentan (Anfang 2005) wird eine Autoimmunreaktion des Körpers als wahrscheinlichste Ursache angesehen. Vor 1-2 Jahren waren es noch die Herpes-Viren, welche als hauptsächlicher Auslöser gehandelt wurden.

Einige Viruserkrankungen bei Tieren gehen ebenfalls mit Aphthenbildung einher: Maul- und Klauenseuche, Vesikuläre Schweinekrankheit, Stomatitis vesicularis.

Krankheitsbild

Aphthe auf der Unterlippen-Innenseite
Aphthe auf der Unterlippen-Innenseite
Aphthe im hinteren Rachenraum
Aphthe im hinteren Rachenraum

Aphthen sind kleine, weisse, eng umgrenzte Flecken in der Mundhöhle. Sie treten meistens einzeln auf. Es gibt aber auch Fälle, in denen der Betroffene die ganze Mundhöhle mit Aphthen gefüllt hat. Das Sprechen und Essen fällt mit ihnen recht schwer und ist mit starken Schmerzen verbunden. Aphthen bleiben üblicherweise zwischen 10 und 14 Tagen bestehen. Aphthen treten oft an mechanisch gereizten Stellen auf, z. B. wo scharfe (Eck-)Zähne auf die Mundschleimhaut treffen oder Zahnspangen scheuern. Oft ist auch eine familiäre Häufung feststellbar.

Kleinere Aphten haben einen Durchmesser von ca. 1mm, es wird aber auch von Aphthen mit einem Durchmesser von ca. 30mm und mehr berichtet. Bei grösseren Aphthen wird von Majoraphtose gesprochen, die meist mit gehäuftem Auftreten einhergeht.

Wie schmerzhaft Aphthen sind, ist im Einzelfall, auch bei der gleichen Person, zum Teil unterschiedlich.

Behandlung

„Klassische“ Behandlung

Zur Behandlung von Aphthen werden schmerzstillende und entzündungshemmende Mittel angewandt. Sehr gut funktionieren Hexoral, Tenderdol und Deaftol. Auch Solcoseryl Dental Adhäsivsalbe hat durch ihre Haftung auf der Läsion einen positiven Effekt. Schmerzstillende Sprays oder Salben zur lokalen Betäubung beschleunigen aber den Heilprozess nicht. In schweren Fällen kann man mit lokal angewandten Kortisonsalben unter Umständen eine Verbesserung erreichen. Tantum Verde (als Spray und zum Gurgeln) ist ein schmerzstillendes und gleichzeitig antibakterielles Medikament (verschreibungspflichtig). Teebaumöl und Pyralvex sind auch noch bekannte schmerzlindernde Mittel.

Propolis

Einige Anwender berichten von guten Erfolgen mit Propolis. Propolislösung (z.B. 10%ige) 2-3x täglich auf die Stelle aufgetragen scheint länger andauernde schmerzstillende Wirkung und hinterlässt einen länger haftenden schützenden Film. Das Auftragen ist zwar durch den Alkoholgehalt schmerzhaft, die schmerzlindernde Wirkung scheint jedoch jedoch länger andauernd als bei konventionellen lokal anästhetisch wirkenden Mitteln zu sein und hat gleichzeitig kaum negative Auswirkungen auf den Geschmackssinn. Scheinbar wird auch je nach befallener Stelle öfter die Heilungsdauer reduziert.

Offensichtlich wirkt Propolis selbst bei der gleichen Person nicht immer identisch: Es dürfte je nach Art von Aphthe bzw. befallener Stelle Unterschiede geben.

Die längerfristige Einnahme von Propoliskapseln als Kur soll das Wiederauftreten von Aphthen reduzieren. Ein Zusammenhang mit Darmpilzen wird vermutet.

Nebenwirkungen

Propolis kann jedoch für Blütenpollenallergiker zu Problemen führen. Welche Langzeitauswirkung Propolislösung auf Zähne und Mundraum hat, ist nicht bekannt - manche Anwender berichten von geschwollenen, gereizten Schleimhäuten oder einer erhöhten Empfindlichkeit von Zähnen und Zahnfleisch.

Virostatika

Bei bestimmten Fällen von Aphthen dürfte die Einnahme von Virostatika zu einer schnelleren Abheilung führen. Die betreffenden Aphthen dürften daher von Viren ausgelöst oder gefördert sein.

Lakritze

Eine entzündungshemmende Wirkung wird ebenfalls der Lakritze zugesprochen. Sie wird als traditionelle Heilpflanze der westlichen wie auch der chinesischen Medizin bei Geschwüren und Hautunreinheiten eingesetzt. Darüber hinaus wurde im Februar 2005 entdeckt, dass Lakritz Herpesviren bekämpfen kann (siehe medizinische Verwendung der Lakritze), so dass sie unter anderem auch von Zahnärzten zur unterstützenden Behandlung und Bekämpfung von Aphthen empfohlen wird.

medikamentenlose Tipps

Falls die Aphthe noch sehr klein ist, kann man auch mit einigen Eiswürfeln gegen sie vorgehen und sie so etwas stoppen. Wer sich grössere Schmerzen ersparen will, sollte in der Zeit, in der die Aphthe auftritt, auf sehr salzige Mahlzeiten verzichten. Auch Tomaten, krümelnde Backwaren und süsse Nahrungsmittel wie Konfitüre oder Schokolade können sich als äusserst schmerzhaft beim Verzehr entpuppen. Milch und Schwarztee lassen den Schmerz abklingen.

Hausmittel

Es gibt verschiedene Hausmittel, denen man eine heilende Wirkung nachsagt, doch sind diese nicht wissenschaftlich belegt und werden im allgemeinen auch nicht durch Ärzte empfohlen.

Einige Patienten schwören auf das Auftupfen von Salbeitinkturen, die zumindest den Schmerz schnell lindern, oder Myrrhentinktur oder die antiseptische Wirkung von Gewürznelken, die im Mund zerkaut und anschliessend wieder ausgespuckt werden. Es wurde auch schon berichtet, dass das Auftupfen von Eigenurin zur sofortigen Rückbildung der Aphthe führen soll. Ausserdem soll das Essen von einer rohen Zwiebel pro Tag helfen, ebenso wie das Auftupfen von starkem Alkohol. Zumindest für die Behandlung mit reiner Salbeitinktur in einem frühen Stadium der Aphthe lässt sich sagen, dass die weitere Entwicklung gestoppt und die Krankheitsdauer deutlich verkürzt werden kann, bei den allerersten Anzeichen der Aphthenbildung angewandt wird deren Entstehung häufig sogar ganz verhindert.

Mundhygiene & Wahl der Zahnpasta

In amerikanischen Internetforen finden sich Berichte, dass enzymhaltige Zahnpasten einen positiven Effekt auf den Heilungsprozess haben. Generell gilt, dass Betroffene darauf achten sollten, strikte Mundhygiene zu halten. Dazu gehört u.a., bakterielle Zusatzbelastungen zu vermeiden; beispielsweise nicht mit anderen aus dem gleichen Glas zu trinken.

Bei einem grossen Teil der von Aphthe betroffenen Patienten verringert sich der Ausbruch und die Häufigkeit der Erkrankung erheblich durch die Nutzung einer elektronischen Zahnbürste.

Rauchen

Es gibt Raucher, die angeben, dass sich durch das Rauchen der Heilungsprozess verzögert und sie deshalb das Rauchen (soweit es geht) während einer Erkrankungsperiode reduzieren.

Viele ehemalige Raucher in Internetforen berichten jedoch im Bezug auf Aphthen über einen anderen Zusammenhang: Während sie rauchten, hatten sie wenig oder kaum Aphthen. Sobald sie aufgehört hatten zu rauchen, seien Aphthen massiv verstärkt aufgetreten.

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Nov. 06


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