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Arthritis urica (Gicht)

Definition

Bei der Gicht (Arthritis urica) handelt es sich um eine Purinstoffwechselstörung, welche zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) führt. Als Folge bilden sich mit der Zeit Harnsäurekristalle (Ureate) in den Gelenken (v.a. Grosszehengrundgelenk), später auch in der Haut (Gichttophi) und in den Nieren.

Man unterscheidet eine primäre von einer sekundären Gicht:

Primäre Gicht

  • angeborene, verminderte Harnsäureausscheidung. Der Gichtanfall wird vor allem durch falsche, purinreiche Ernährung (Innereien, Wurstwaren etc.), übermässigen Alkoholkonsum oder nach strengem Fasten ausgelöst.
  • sehr selten besteht eine angeborene Überproduktion von Harnsäure (Lesch-Nyhan-Syndrom).

Sekundäre Gicht

  • vermehrte Harnsäureausscheidung bei Nierenkrankheiten oder durch Medikamente (Diuretika)
  • übermässiger körpereigener Harnsäureanfall bei erhöhtem Zellumsatz bei gewissen Krebserkrankungen (z.B. Leukämie, myeloproliferative Erkrankungen), kann aber auch durch Medikamente zur Krebsbekämpfung oder Radiotherapien ausgelöst werden.

Symptome

Ein erhöhter Harnsäurespiegel (Hyperurkämie) macht an sich keine Beschwerden. Erst wenn es zu einem Ausfall von Harnsäurekristallen kommt, zeigen sich je nach Lage unterschiedliche Beschwerden.

Der akute Gichtanfall tritt oft nachts nach einer grössern Festmahlzeit mit Alkoholkonsum auf. Meist ist anfänglich das Grosszehengrundgelenk (Podagra) betroffen. Es ist angeschwollen, gerötet, überwärmt und stark schmerzhaft bei der kleinsten Bewegung. Zusätzlich besteht oft ein allgemeines Krankheitsgefühl und leichtes Fieber.
Es können jedoch auch seltener andere Gelenke betroffen sein: z.B. Kniegelenke, Sprunggelenke, Daumengrundgelenke, Schultergelenke etc.

Bei chronischer Gicht bilden sich auch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in der Haut (Gichttophi), oft über den Ellenbogen oder an der Ohrmuschel. Auch die Nieren werden mit der Zeit geschädigt (Uratnephropathie) und es kann zu Nierensteinen (Nephrolithiasis) kommen.

Diagnose

Die Diagnose wird durch das Krankheitsbild und dem Nachweis eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut gestellt. Es ist jedoch nicht selten, dass während eines akuten Gichtanfalls der Harnsäurespiegel im Blut normal ist

Im Röntgenbild kann eine Gelenksschädigung (gelenksnahe Usuren, Osteophyten) erkannt werden.

Durch eine Gelenkspunktion (vor allem bei grösseren Gelenken) mit Entnahme von Gelenksflüssigkeit kann man die Harnsäurekristalle direkt unter dem Mikroskop nachweisen sowie andere Gelenkserkrankungen ausschliessen.

Therapie

Akuter Gichtanfall: Ziel Schmerzbekämpfung

  • Ruhigstellung des betroffenen Gelenks und lokale Kältebehandlung
  • Medikamente: Colchicin, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)

Therapie der chronischen Gicht (Hyperurikämie)

  • Ziel ist die Verminderung des Harnsäurespiegels.
    Therapie durch Ernährungsumstellung: Gewichtsreduktion, ausreichende Trinkmenge (mindestens 2 Liter täglich), purinarme Kost (keine Innereien, Wurstwaren etc.).
    Der Alkoholkonsum sollte gestoppt oder wenigstens stark reduziert werden.
  • Medikamente: es wird vor allem Allopurinol (z.B. Zyloric) eingesetzt. Bei Unverträglichkeit gibt es Ersatzmedikamente (z.B. Benzbromaron).

Prognose

Bei adäquater Prophylaxe und konsequenter Therapie kann der Harnsäurespiegel vermindert werden mit entsprechend guter Prognose. Eine unbehandelte chronische Gicht führt mit der Zeit zu irreparablen Gelenks- und Nierenschädigungen.

Autor: Dr. med. G. Meister, Zollikon

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Nov. 06


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