Bodybuilding
Bodybuilding ist eine Sportart, bei der die Modellierung des Körpers durch gezielte Muskelübungen im Mittelpunkt steht. Ziel ist der Muskelaufbau bei geringem Körperfettanteil und die genaue Definition (Herausarbeitung) einzelner Muskeln.
Allgemein
Bodybuilding wird überwiegend von Männern, aber auch von Frauen betrieben. Bodybuilding ist mehr als der weithin bekannte Leistungssport. Der Begriff umfasst eine weite Bandbreite von körperlichen Aktivitäten. Angefangen bei Rehabilitationstraining (siehe auch unter Medizinische Rehabilitation) über moderates Fitnesstraining bis hin zum Leistungssport, bietet Bodybuilding jedem Sportler entsprechend seiner Leistungsfähigkeit und Wünsche die Möglichkeit Muskelhypertrophie, Kraftausdauer, Muskelkoordination, Schnellkraft oder pures Krafttraining zu absolvieren.
Training
Das Bodybuilding-Training ist ein Krafttraining das den Schwerpunkt auf die erwünschte Umformung des Körpers und weniger auf den damit verbundenen Kraftzuwachs legt. Es kann z.B. mit Hanteln, Expandern oder mit speziellen Trainingsmaschinen durchgeführt werden. Dabei liegt das Ziel mehr im Aufbau von Muskelmasse als in Kraftzuwachs, wobei beides miteinander korreliert. So wird beim Bodybuilding meist mit Wiederholungszahlen von 8-15 Wiederholungen pro Satz trainiert, während beim Maximalkrafttraining mit höherer Belastung aber weniger Wiederholungen trainiert wird. Gewöhnlich wird isotonisch trainiert. Hierbei wird der Muskel über einen Grossteil seines Bewegungsspielraums mit möglichst konstanter Kraft belastet. Bei manchen Trainingsmaschinen wird dazu der Kraftverlauf am Angriffspunkt über ein Kurvenrad oder Exzenter so gesteuert, dass der Muskel in jeder Phase der Bewegung gleich stark belastet wird. Eine weitere Trainingsmethode ist das isometrische Training, bei dem der Muskel nicht bewegt wird sondern nur eine statische Belastung bekommt. Dies ermöglicht ein Training ohne jegliche Geräte durch blosses Anspannen der Muskeln. Es wird manchmal in der Krankengymnastik angewandt. Auch Elektrostimulation mit Reizstromgeräten ermöglicht ein Muskeltraining, das allerdings nicht so effektiv ist. Wichtig ist, dass der Muskel nach dem Training Zeit hat, sich zu regenerieren. Aus diesem Grund wird im Bodybuilding häufig ein Splittraining durchgeführt, das sich meist wöchentlich wiederholt und bei dem bei jeder Trainingseinheit eine andere Muskelgruppe trainiert wird.
Ernährung
Um Muskelmasse aufzubauen, ist es nötig Proteine (Eiweisse) in ausreichender Menge zu konsumieren, da aus diesen die eigentliche Muskelmasse synthetisiert wird. Empfohlen wird eine Menge von 1 bis 4g pro kg Körpermasse. Der Bedarf schwankt personenbezogen aufgrund genetischer Unterschiede, unterschiedlichem Training und anderen Lebensfaktoren. Im Schnitt kann man im Amateurbereich von ca. 1,4g Proteinen pro Kilogramm Körpermasse und im (semi-)professionellen Bereich von ca. 2,8g pro kg Körpermasse ausgehen. Dies sollte möglichst verteilt über den Tag konsumiert werden, da der Muskel nicht nur unmittelbar nach dem Training sondern auch noch einige Tage später wächst (hypertrophiert). Die Aufnahmefähigkeit der Muskulatur für Eiweisse ist jedoch direkt nach der Trainingsbelastung höher. Ausserdem empfiehlt sich die Zufuhr eines Eiweissshakes direkt vor dem Schlafen, da der Körper in der Nacht am besten regeneriert (und Muskeln aufbaut) und ausserdem der Stoffwechsel durch die nächtliche Verdauung höher gehalten wird. Es empfiehlt sich zumindest einen Teil der Eiweissmenge durch Eiweisskonzentrate zu decken, da eine alleinige Deckung durch z.B. Fleisch oder Eier einen hohen Fettkonsum impliziert, der gerade im Bodybuilding unerwünscht ist. Es werden auch isolierte Aminosäuren angeboten, die den Vorteil einer einfacheren und schnelleren Verwertbarkeit durch den Stoffwechsel haben. Es gibt noch weitere Substanzen (sogenannte Nahrungsergänzungsmittel (engl. Supplements), die den Stoffwechsel bzw. das Muskelwachstum unterstützen z.B. L-Carnitin (soll die Verwertung von Körperfett unterstützen), Creatin (soll für mehr Schnellkraft im Training sorgen), BCAAs (Branched Chain Amino Acids - dt. Verzweigtkettige Aminosäuren) die den Muskelaufbau begünstigen sollen, Tribulus und Maca, die die Testosteronproduktion erhöhen sollen, und vieles mehr.
Bodybuilding als Leistungssport
Training mit Gewichten ist Bestandteil vieler Sportarten. Bodybuilder trainieren jedoch, um einen muskulösen und gleichmässig entwickelten Körper im Wettkampf auf einer Bühne zu präsentieren. Dazu treten sie in unterschiedlichen Gewichts- bzw. Grössenklassen, getrennt nach Geschlecht und Alter, als Amateure und Profis, mit einem Posing-Slip bzw. einem Bikini bekleidet, an. In allen Kategorien werden von einer Jury Muskulosität, Symmetrie, Vaskulösität und Präsentation bewertet.
Muskulosität bedeutet einerseits die Masse und Dichte, andererseits die Härte und Teilung der Muskeln. Angestrebt wird die Verbindung von möglichst viel Muskelmasse mit einer Definition, die eine Muskelgruppe von der anderen abgrenzt und die Details innerhalb einer Muskelgruppe deutlich werden lässt. Symmetrie: Unter diesem Stichwort ist keine genetisch bedingte Idealform zu verstehen, vielmehr wird eine ausgewogene Entwicklung aller Körperteile verlangt. Vaskulösität, die Sichtbarkeit der Venen, ist ein Zeichen für einen niedrigen Körperfettanteil. Da der Körperfettanteil eines Bodybuilders so weit wie möglich reduziert sein soll, müssen an seinem Körper möglichst viele Venen erkennbar sein. Mit Präsentation ist die Art gemeint, wie ein Athlet seinen Körper auf der Bühne präsentiert. In 3 Runden - beim Line-up (in einer Reihe halb entspannt), in Pflichtposen (zum Vergleich von mehreren Athleten) und mit einer Posing-Kür - erbringen Bodybuilder Höchstleistungen. - Umstritten ist, ob ein freies Posing (pose-down), in dem jeder der 5-6 Finalisten einer Klasse gegen jeden antritt oder alle Klassensieger gegeneinander antreten, in die Wertung einzubeziehen ist.
Neuerdings gibt es im Wettkampfsport auch Fitness-Kategorien und bei den Männern die Mischform "Body-Fitness". Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008 wird Bodybuilding als Show-Wettkampf ausgetragen, voraussichtlich bei den Olympischen Spielen 2012 wird es dann als reguläre Disziplin aufgenommen.
Berühmte Bodybuilder
Eugen Sandow -
Vorreiter des Kraftsports
Einer der berühmtesten Bodybuilder der Welt ist Arnold Schwarzenegger, der seine Sporterfolge (u. a. siebenfacher Mr. Olympia) zum Aufbau einer Filmkarriere nutzen konnte und es inzwischen bis zum Gouverneur von Kalifornien gebracht hat. Auch der Deutsche Ralf Möller und der Belgier Jean-Claude Van Damme verdanken ihre Hollywoodkarriere ihrer Popularität im Spitzensport. Die meisten Siege beim Mr. Olympia haben Lee Haney und Ronnie Coleman erzielt (je acht Siege).
Der zur Zeit erfolgreichste deutsche Bodybuildingprofi ist Günther Schlierkamp, der vor seinen Landsmännern Markus Rühl und Ronny Rockel beim Mr. Olympia 2005 Platz vier belegte. Ebenfalls für Deutschland ist 2005 Dennis James gestartet, der den 6. Platz belegte. Die Jahre davor war er für die USA gestartet. Einer der ästhetischsten Bodybuilder aller Zeiten ist Ken Wheeler, der sich allerdings krankheitsbedingt vom aktiven Bodybuilding zurückgezogen hat.
Bodybuilding und Gesundheit
Bodybuilder der Juniorenklasse
beim sog. Posedown
Obwohl beim Bodybuilding das Verletzungsrisiko äusserst gering ist, gerät die Sportart - aufgrund von Dopingfällen - immer wieder in den Blickpunkt. Durch die Verwendung illegaler Substanzen, Steroide oder Hormone (insbesondere Testosteron und dessen Derivate), können bei Männern zum Beispiel Gynäkomastie, erektile Dysfunktion oder Herzbeschwerden auftreten.
Bei deutschen Amateurwettkämpfen werden jedoch strenge Dopingkontrollen nach Richtlinien des Deutschen Sportbundes (DSB), der International Federation of Bodybuilders (IFBB) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt. Strenge Dopingkontrollen werden auch von dem Natural-Bodybuilding-Verband (GNBF) durchgeführt.
Bei Profiwettkämpfen wird heutzutage auf Dopingkontrollen für anabole Steroide oder Wachstumshormone jedoch üblicherweise verzichtet. Nur auf besonders riskante Substanzen, wie z. B. Diuretika, wird dort getestet, aber auch hier findet ein Wettlauf zwischen Nachweis- und Verschleierungsmethoden statt, so dass der Einsatz nicht nachweisbarer Substanzen (wie Insulin) weiterhin angenommen werden muss.
Des Weiteren führt das übermässige Trainieren nur mancher Muskelgruppen auf Dauer zu Haltungsschäden. Ein häufiges Bild ist der Sportler mit nach vorn verdrehten Schultern und Armen, verursacht durch ein gegenüber der Rückenmuskulatur erhöhtes Training der Brust- und Bauchmuskulatur (MM. pectorales minor und major - Brustmuskeln oder auch "Pecs").
Fitness-Szene
Rund um die ursprüngliche Bodybuilding-Szene hat sich im Laufe der 1980er und 1990er durch immer modernere Fitnessstudios mit vielen Sportangeboten (Aerobic-Kurse, Wellnessbereiche u. a.), eine Breitensportbewegung mit hohem Zulauf entwickelt.
Weiteres zur weitaus älteren Geschichte der Fitness-Bewegung, siehe unter "Fitness".
Schattenseiten des Fitnesstrends sind einige neue, noch relativ vage definierte psychische Krankheitsbilder, z.B. der Adoniskomplex (eine zwanghafte Neigung, sein äusseres Erscheinungsbild nach Idealvorstellungen zu modellieren), die Bigorexie (auch genannt Muskelsucht) und die Muskeldysmorphophobie (Angst vor Muskeldysmorphie). Diese Krankheitsbilder sind häufig von Essstörungen und Medikamentenmissbrauch begleitet. Der Sport wird anderen sozialen Kontakten vorgezogen, was zur gesellschaftlichen Isolation führt.
Es hat sich ein breiter Drogenmarkt etabliert, oder die Leute kaufen sich anabole Steroide im Auslandsurlaub. Fälschungen sind weit verbreitet und kaum noch zu unterscheiden. Es wird häufig, trotz Verbot, gespritzt und geschluckt. Da das Hintergrundwissen fehlt, werden oft die Folgen verharmlost, so zum Beispiel irreversible Herzschädigungen. Es ist Usus, in einem Jahr schon mal 10-15 kg Muskelmasse aufzubauen.
Positiv zu bewerten ist die Entwicklung der Qualität der Fitnesstudios. Nicht nur die Grösse und Ausstattung sind bewundernswert, mit denen neue Ketten auf den Markt drängen. Viele lassen sich zertifizieren, stellen hochqualifiziertes Personal ein, wie Physiotherapeuten und Ärzte. Es werden Verträge mit Kassen geschlossen und Rückenschulen teilfinanziert. Ein neuer Beruf hat sich etabliert, der Fitnesskaufmann. Viele Studios haben gleich mehrere Auszubildende.
Bodybuilding als Lebensstil und Bodybuilding-Kultur
Innerhalb der mittlerweile sehr heterogenen Fitness-Szene, die durch den Fitness-Boom in den 80er und 90er Jahren immer mehr Milieus und immer vielfältigere Bevölkerungsgruppen ergriff, nimmt die Bodybuilding-Szene im engeren Sinne nach wie vor eine besonderen Stellung ein. Sie hat sich eine gewisse eigenständige Kultur bewahrt. Im Gegensatz zu anderen Richtungen der Fitness-Szene, bei denen Körper-Ertüchtigung, Gesundheit, Spass und Sich-fit-Fühlen oft die entscheidende Rolle spielen, stehen bei vielen Bodybuildern Aspekte eines zelebrierten Körperkultes häufiger im Vordergrund: Das Selbst-Schaffen eines perfekten Körpers, stark ausgeprägtes ästhetisches Bewusstsein, das Posing (demonstratives Sich-zur-Schau-Stellen oder Imponieren-Wollen) mit einem extrem geformten Körper auch im Alltag.
Körper-Kult
Dieser Körperkult, der fetisch-hafte Züge annehmen kann, wird für viele Bodybuilding-Fans zu einem bestimmenden, zeitintensiven, und identitäts-stiftenden Element ihres Lebensstils. Dabei geht das Zelebrieren dieses Kultes oft weit über das eigentliche Bodybuilding hinaus. Man spricht daher auch von Bodystyling. Der Begriff meint ein offensives Gestalten der gesamten äusseren Erscheinung und impliziert zugleich eine besondere Wertschätzung einer imposanten ästhetischen Wirkung. Dabei wird die Gestaltung des Äusseren mittels Bodybuilding meist unterstützt durch die Nutzung von Solarien und Kosmetika. Oft verändern Tätowierungen oder Piercings in diesem Zusammenhang das Aussehen des Körpers zusätzlich.
Das ist umso bemerkenswerter, als Bodybuilding eine männerdominierte Szene ist. Seit der französischen Revolution und dem Ende der höfischen Kultur des Rokoko war es den Frauen vorbehalten, sich intensiv um ihre Schönheit zu kümmern. Männer hatten sich (dem neuen bürgerlichen Leitbild entsprechend) dafür weniger interessiert, sondern eher für Technik und Wirtschaft.
Was lange Zeit im westlichen Kulturkreis für Männer sehr ungewöhnlich war, wurde und wird hier auch gerade von den Bodybuilder-Männern exzessiv ausgelebt und kultiviert: Der Beschäftigungsgrad, die Gestaltung und Pflege des eigenen Körpers, sowie das Achten auf die äussere Erscheinung. Allerdings muss einschränkend festgestellt werden, dass heute auch gesamtgesellschaftlich die Tendenz bei Männern zunimmt, der Gestaltung des Körpers und des Aussehens (zum Zwecke der Verschönerung / Steigerung der Attraktivität aus eigener Sicht) mehr Wichtigkeit zu geben, wenn auch oft nicht in dem Masse und der Art wie es in der Bodybuilding-Szene usus geworden ist.
Gleichzeitig jedoch mündet diese neue männliche Haltung zum Körper im Bodybuilding-Kontext in einem Stil, der der bürgerlich-europäischen Tradition verhaftet bleibt, denn der neue Körperkult dient dem Zelebrieren eines extremen Männlichkeitskultes. Die Neuerung besteht lediglich in der Ästhetisierung etablierter Männlichkeitsbilder (dem "starken Mann").
Posing und Pimping
Markus Rühl in der Off-Season
beim Aufwärmen für ein Presseposing
Dieser Körperkult und der Wunsch nach einer imponierenden Erscheinung gipfelt bei manchen Bodybuildern auch im Alltag im sogenannten "Posing" und "Pimping". Posing meint das demonstrative Zur-Schau-Stellen (und -Tragen) der eigenen Attraktivität, indem das eigene Auftreten auf der Strasse, in Discos oder im Freundeskreis bewusst in einer "coolen" Art in Szene gesetzt wird.
Der in jüngster Zeit auch im deutschen Sprachraum sich etablierende Begriff "Pimping" meint das demonstrative Stylen, Aufmotzen und Aufrüsten, um eine beeindruckende Wirkung beim Posing zu erzielen. Im Bezug auf die äussere Gestalt des menschlichen Körpers im Kontext der Bodybuildingszene ist "Pimping" ("Pimp My Body") nahezu identisch mit "Bodystyling" mit Ziel einer auffälligen, attraktiven und beeindruckenden Gestalt. Neben einem muskelstrotzendem Körper und braungebrannter Haut wird viel Wert gelegt auf prestige-trächtige Kleidung und Accessoires (wie die neuesten Handys) von namhaften und teueren Marken, sowie auf cooles Verhalten.
Als Substantiv meint "Pimp" (engl. "Zuhälter") einen Menschen, der auf Posing und Pimping wertlegt und es aktiv betreibt. In dieser Mentalität gibt es Berührungspunkte und Schnittmengen mit anderen Szenen, z. B. zur Auto-Tuning-Szene ("Pimp My Car", "Pimp My Ride").
Es gibt allerdings auch andere Bodybuilder, die sich von dieser Kultur des Posings und Pimpings jenseits des Bodybuilding-Wettkampfes deutlich distanzieren. Diese wollen Bodybuilding und Bodystyling eher mit dem Ziel betreiben, sich in ihrem eigenen Körper wohler zu fühlen und ihren Körper ihren ästhetischen Vorstellungen anzupassen.
Kleidung
Seit dem Beginn des Fitnesstrends Anfang der 80er Jahre haben die verschiedenen Fitnesssportarten immer wieder eigene Kleidungsstile und -moden hervorgebracht. Zu erwähnen ist insbesondere die Aerobic-Mode der 80er.
Um 1990 formierte sich eine charakteristische Bodybuilding-Mode, die als bequeme, weite Sportbekleidung zunächst die Fitnessstudios eroberte. Sie bestand in der Regel aus sogenannten Bodyhosen und Muskelshirts unterschiedlichen Schnitts.
Bodyhosen sind leichte Jersey-Sporthosen, die mit einen breiten hochsitzen Gummizug-Bund etwa auf Taillen-Höhe sitzen. Dieser Bund hat optische Ähnlichkeit mit dem Bund von Boxershorts, wie sie im Profi-Boxsport getragen werden. Von diesem Bund fällt die Hose locker in Falten und hat im Bereich der Oberschenkel bis unter die Knie eine enorme Weite, um sich von da konisch zu verjüngen und dann bis unterhalb der Knöchel in einem engen Beinabschluss zu enden. Bodyhosen bestehen in der Regel aus Baumwoll-Jersey, es gibt sie aber auch in Nylon. Anfangs waren sie üppig gemustert, später eher einfarbig mit leichter relief-artiger Struktur.
Muskelshirts waren von Anfang an vielfältiger im Schnitt. Einerseits gibt es enganliegende Varianten als Achselshirts mit Trägern, die viel Haut zeigten, daneben gab es extrem-weite kastenartige Shirts aus schwerem Sweatshirt-Jersey oder Frottee, die aussahen wie Sweatshirts, denen die Ärmel abgeschnitten wurden, jedoch ohne jegliche Bündchen. Sie wurden in verschiedenen Längen getragen, gerne auch bauchfrei. Mit Ärmeln wurden sie auch gern in po-bedeckender Form getragen als sogenannte Sleeve-Shirts. Als dritte Form des Muscleshirts etablierten sich die aus der Techno-Szene entlehnten enganliegenden Kurzarm-T-Shirts aus dünnem Nylon-Jersey, die die Muskelstruktur optimal abzeichneten und z.T. sogar noch einen gewissen Push-Up-Effekt hatten.
Mitte der 90er Jahre wurde dieser Stil ("American Sportswear") vermehrt von Anhängern der Bodybuildingszene auch ausserhalb der Studios als Streetwear getragen. Die Kleidung wandelte sich zur prestigeträchtigen Lifestyle-Bekleidung der Bodybuilding-Szene. Die mittlerweile etablierten Bodybuilding-Marken wie "Uncle Sam", "Platinum" und "Gorilla Wear" erlangten Kultstatus. Sie hatten nach und nach diese Szene-Basics durch prestige-trächtige aber legere Freizeitkleidung ergänzt. Seit Mitte der 90er Jahre feierte die Marke "Uncle Sam" mit ihren extrem teuren wuchtigen Leder-Blousons grosse Erfolge. Diese Jacken wurden zum prestige-trächtigen Statussymbol in der Szene und teils auch darüber hinaus. Sie eigneten sich auch hervorragend für das Bedürfnis nach Pimping und Posing. Dazu wurden anstelle der Bodyhosen vermehrt auch andere Hosen getragen mit ähnlichem Schnitt von prestige-trächtigen Marken, z.B. Diesel Jeans (Modell Saddle) oder Phoenix Bundfaltenhosen, seit dem Jahr 2000 sind es zunehmend die weiten Cargo-Hosen von Molecule oder Jet Lag, heute sind Kleidungsstücke von Hip-Hop-Marken stark auf dem Vormarsch, wie Jeans oder Lederjacken von z.B. Pelle Pelle. Die Bodyhosen sieht man dagenen auf der Strasse kaum mehr, ebenso wie die Marke "Uncle Sam".
Auch in Security-Kreisen erfreute sich dieser Stil grosser Beliebtheit.